Die Auswanderer aus Jockgrim 1812 bis 1900 - Pfälzer Auswandererlied

Die Lebensverhältnisse in Jockgrim - sicherlich gilt das auch für die gesamte Südpfalz - im 19. Jahrhundert waren so gestaltet (Rasimus Seite 194) - Hunger, Missernten -,  dass viele Bürger mit der Auswanderung liebäugten. Von Einzelpersonen abgesehen, begann die erste große Welle im Jahr 1831 (Seite 194) als 35 Jockgrimer gen Übersee zogen. Sie hatten das „Pfälzer Auswandererlied“ vor Augen. Bis zum Jahre 1900 sollten insgesamt 1100 Jockgrimer das Weite suchen.


Pfälzer Auswandererlied

Jetzt ist die Zeit und Stunde da,
wir reisen nach Amerika.
Der Wagen steht schon vor der Tür,
mit Weib und Kindern zeihen wir.

Ihr Freunde all’ und wohlbekannt
reicht mir zum letzten Mal die Hand.
Ihr Freunde, weinet nicht so sehr,
wir sehn einander nimmermehr.

Die Pferde sind schon eingespannt,
wir ziehen in ein fremdes Land.
Und wenn das Schiff auf See erst schwimmt,
dann werden Lieder angestimmt.

Und kommen wir nach Baltimore,
dann strecken wir die Händ’ empor
und rufen laut: Viktoria!
Jetzt sind wir in Amerika.

Die Auswanderung war mit einer Entlassung aus dem bayerischen Staatenbund verbunden. D.h. niemand konnte ohne Erlaubnis das Land auf Dauer verlassen. Diese Urkunden wurden von der damaligen Bezirksregierung Speyer (Kammer des Innern) ausgestellt - eine  Urkunde dieser Art ausgestellt auf "Ludwig Dreyer" befindet sich im Besitz der Nachfahren in den USA. Es ist anzunehmen, dass unter den Auswanderern sich auch Personen befanden, die ohne offizielle Urkunde davonzogen.